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Rückschnitt von Clematis ist eines der wichtigsten Themen in der Clematiskultur! Es gibt leider viele widersprüchliche Aussagen darüber. Was ist richtig und was ist falsch? Aufbauschnitt im PflanzjahrUnabhängig von Ihrem Pflanztermin
oder dem späteren Blühterminen sollten Sie einen sogenannten Aufbauschnitt
beherzigen. Die neu gepflanzte Clematis muss ca. 20-30 cm über dem Erdboden
im November oder Dezember des Pflanzjahres zurückgeschnitten werden.
Verzichten Sie bei den Frühjahrsblühern gern auf die wenigen Blüten
im ersten Jahr und denken Sie besser langfristig an eine gut verzweigte,
kräftige Pflanze. In den Folgejahren hält man sich
dann an die folgenden Schnittregeln. Clematisfachleute, Gärtner, Hobbygärtner oder
Autoren von Bücher sind sich darüber einig, dass alle Clematis
in drei unterschiedlichen Rückschnittgruppen eingeteilt werden.
Diese Rückschnittgruppen werden mit 1, 2 oder 3 bzw. A, B oder C. bezeichnet.
Uneinigkeit besteht weitgehend über den Termin
des Rückschnittes, besonders bei den Rückschnittgruppen 2 und 3 kommt
häufig die Frage auf, wann soll zurückgeschnitten werden? Rückschnitt im Spätherbst oder Frühjahr? Wann letztendlich zurückgeschnitten
wird, muss jeder selbst entscheiden. Es gibt Vor- und Nachteile bei
beiden Varianten. Der Vorteil bei einem Herbstrückschnitt besteht darin,
dass die `Schlafenden Augen´ im unteren Bereich der Clematis in Treibbereitschaft
kommen und im Frühjahr mehr Triebe austreiben. Bei einem Rückschnitt im Frühjahr bleibt zierender
Fruchtschmuck weitgehend im Winter erhalten. Rückschnittgruppe 1 Nicht zurückschneiden – (ist nicht ganz richtig
ausgedrückt, es müsste richtiger heißen: nicht im Herbst oder zeitigen
Frühjahr zurückschneiden.) Gültig ist diese Regel für zahlreiche Wildarten und Sorten,
die nicht, oder - wenn unbedingt notwendig - gleich nach der Blüte im
späten Frühjahr zurückgeschnitten werden. In erster Linie fallen hierunter
die gesamten C. alpina (atragene) und C. montana. Beide Artengruppen
legen die Frühjahrsknospen im Sommer und Herbst des Vorjahres an. Diese
Entwicklung nennt man „Blüte am vorjährigen Holz“, eine bei Gehölzen
übliche Erscheinung z.B. bei Forsythien oder Rhododendron. Falscher
Schnitt aus Unwissenheit führt dazu, dass die Blüte im Folgejahr ausfällt.
Sollte dennoch einmal ein Rückschnitt notwendig werden, um einem
Vergreisen der Clematis vorzubeugen, warten Sie die Blütezeit
im April / Mai ab und scheiden dann auf das gewünschte Maß im Juni
zurück. Den Pflanzen bleibt dann genug Zeit, um zu wachsen und wieder
Knospen für das nächste Jahr anzulegen. Hilfreich ist auch ein Teilrückschnitt
der sich auf einige Triebe beschränkt.
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Rückschnittgruppe 2
Jährlich im November/Dezember leicht zurückschneiden (alle
Triebe ca. um die Hälfte einkürzen). Anwendung bei den meisten Hybriden,
die zwei Mal im Jahr blühen. In der Sortenliste sind diese Clematis
mit Blühterminen von 5/6 u. 8/9 angegeben. Ähnlich dem Verhalten von
C.alpina und C.montana blühen solche Hybriden im Frühjahr an Kurztrieben,
die dem vorjährigen Holz entspringen. Ein starker Rückschnitt im
Winter (alle 4-5 Jahre empfehlenswert) lässt den Frühjahrsflor somit
für das folgende Jahr gering ausfallen, beugt aber einem Verkahlen
der Pflanze vor. Je mehr vorjähriges Holz
an der Pflanze erhalten bleibt, desto größer ist die Möglichkeit,
im Frühjahr viele Kurztriebe mit Blüten auszubilden. Alle Hybriden dieser Rückschnittgruppe bilden nach der ersten
Blüte im Frühjahr neue Langtriebe aus, die im Sommer / Spätsommer noch
einmal blühen. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass die
meisten gefüllt blühenden Hybriden nur im Frühjahr an diesen Kurztrieben
gefüllt blühen, die zweite Blüte im Sommer / Spätsommer ist dann
ungefüllt. Fällt die zweite Blüte im Sommer zu spärlich aus, liegt dies
an den zahlreichen Samenständen, die nach der ersten Blüte gebildet
werden und der Clematis sehr viel Kraft für neue Trieb-, Knospen- und
Blütenbildung nehmen. Entfernen Sie daher nach der ersten Blüte die
Fruchtstände zusammen mit dem darunter liegenden Blattpaar. Dann
treibt Ihre Clematis wieder freudig aus und wird in ca. 6 Wochen erneut
üppig blühen!
Rückschnittgruppe 3
Jährlich im November/Dezember kräftig zurückschneiden (auf 20
bis 50cm über dem Erdboden). Anwendung bei zahlreichen Hybriden und
Wildarten, die ausschließlich im Sommer blühen. Alle diese Arten u.
Sorten bilden Langtriebe aus, die mit einer Masse von Blüten enden.
Hierzu gehören z.B. C. viticella
oder C. Hybr. Jackmanii. Unterlassener Rückschnitt führt zu eingeschränktem
Längenwachstum, einem Verkahlen der Pflanze von unten her und sehr dünnen
Trieben, die nur noch schwer Blüten ausbilden können oder hervorbringen.
Rückschnittgruppe 2/3
So bezeichnete Sorten können sowohl in die eine oder andere Schnittgruppe eingeordnet werden. |